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News-Roundup März
Themen: Das wird 2026 gebaut, Entwicklungen bei der Linie 6
03/01/2026

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> Das wird 2026 gebaut ()
Auch dieses Jahr werden Bauarbeiten im Straßenbahnnetz zum Erhalt oder der Erweiterung der Infrastruktur wieder zu vorübergehenden oder dauerhaften Änderungen führen.

Zunächst wird ab März der nach Süden verschobene Streckenabschnitt der Linien 1, 6 und STB am Südring zwischen Westbahnhof und Konzertbrücke fertiggestellt. Diese Strecke ist zwar gleisbautechnisch seit Dezember fertig und wird längst befahren, die Haltestellenanlage und Oberflächengestaltung des Straßenraums ist jedoch noch in Arbeit und auch eines der beiden alten Gleise liegt noch. Die neue Haltestellenanlage Fritz-Konzert-Straße wird eine Modellhaltestelle für den künftigen noch höheren IVB-Haltestellenstandard mit neuer Ausstattung, optimierter Fahrgastinformation und klimafreundlichen Features. Einschränkungen für den Tramverkehr auf Grund der Baustelle wird es nicht mehr geben.

Ab 17. Juli bis voraussichtlich Ende der Sommerferien wird der Gleisknoten Terminal Marktplatz saniert. Im Zuge dessen wird auch die schon lange angekündigte neue Gleisverbindung vom Richtungsgleis der Linie 2 nach Osten am Innrain in die Bürgerstraße geschaffen. Diese wird künftig von nach Wilten einziehenden Zügen der Linien 2 und 5 aus dem Westen verwendet und diese Betriebsfahrten, die bisher eine Umrundung des gesamten Innenstadtrings im Uhrzeigersinn erforderten, signifikant verkürzen. Außerdem ermöglicht der neue Gleisbogen für die Linie 5 eine Umfahrung der westlichen Anichstraße im Störungsfall auch Richtung Osten.
Die Linien 1, 2 und STB werden während der Bauzeit über die südliche Innenstadtstrecke umgeleitet. Die Linie 3 wird voraussichtlich bis Höttinger Au/West geführt — was ohnehin schon länger als dauerhafte Verbesserung in Erwägung gezogen wird — und nutzt das dortige Wendegleis. Noch ist nicht entschieden, ob diese sinnvolle Verlängerung danach auf Dauer beibehalten werden kann.

In Amras wird von August bis September der 2010 eröffnete letzte Abschnitt der Linie 3 von der Haltestelle Philippine-Welser-Straße bis zur Endstation Amras saniert. Dabei wird die Gleissituation im Bereich des Endbahnhofs fahrradfreundlich geändert und auch erstmals der bereits vor Jahren politisch angekündigte Umbau von Streckenabschnitten auf Grüngleis bei notwendiger Gleissanierung realisiert. Mit dem neuen Grüngleis in Amras soll auch Erfahrung für die nächsten Grüngleisstrecken gesammelt werden.
Wendestelle der Linie 3 ist während der Bauzeit die Mittelbahnsteighaltestelle Philippine-Welser-Straße, wo ein Klettergleis installiert wird.

Auf der Stubaitalbahn wird voraussichtlich ab Herbst in Telfeser Wiesen ein neues Unterwerk errichtet, das für ein dichteres Intervall im Außenabschnitt Kreith–Fulpmes benötigt wird. Die Verstärkung des Unterwerks Feldeler wurde bereits im Vorjahr durchgeführt. Ebenfalls im Herbst wird die Haltestelle Brandeck modernisiert und standardkonform barrierefrei neu gebaut. Schienenersatzverkehr oder Einschränkungen sind nicht notwendig.

Die durch inzwischen beschlossene Umplanungen bereits um zwei Jahre verzögerten Bauarbeiten für die Neubaustrecke der Linie 5 nach Kranebitten und Völs sollen 2027 starten, die Einreichplanung ist kurz vor der Fertigstellung.

> Entwicklungen bei der Linie 6 ()


Auch für die Haltestelle Mühlsee gibt es neue Nutzungsideen (Tw 309, 8. Februar 2026)

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Auch 2026 wird die Linie 6 maßvoll weiterentwickelt — zuletzt berichtete strassenbahn.tk über die Waldbahn letztes Jahr im Mai.

Aus der ersten Sitzung des Jahres des politisch besetzten Marketingbeirats Linie 6 im Februar kann berichtet werden, dass die gute Entwicklung der Fahrgastzahlen — auf niedrigem Niveau, aber durchaus respektabel — ganz eindeutig für Beibehaltung der Durchbindung bis Mühlauer Brücke spricht. Diese kann somit als dauerhaft gesichert gelten. Die Testphase für den "erweiterten" Betrieb endet mit 31. Dezember 2026, sie definiert sich durch einen separaten Bestellervertrag zwischen Stadt Innsbruck und IVB; im umfassenden ÖPNV-Syndikatsvertrag ist nur der frühere Minimalbetrieb enthalten. Der Vertrag für die Linie 6 soll nach Vorschlag der IVB zunächst um weitere drei Jahre verlängert werden, weil bereits geplante und weitere mögliche Attraktivierungsmaßnahmen zusätzliches Fahrgastpotenzial erschließen werden und die Fahrgastzahlenentwicklung langfristige Beobachtung erfordert. Zu den Überlegungen zur weiteren Attraktivierung gehört u.a. ein (punktuelles) Halbstundenintervall. Die politische Entscheidung über den neuen Vertrag ab 2027 wird ab Mitte des Jahres fallen.

Große Investitionen im insgesamt bis zu siebenstelligen Bereich sind mittelfristig bei den Bahnhofsgebäuden in Igls und Tantegert notwendig. Hierzu werden politische Entscheidungen getroffen werden müssen. Für Tantegert ist eine Nutzung als "Städtischer Waldkindergarten Tantegert" ähnlich der Städtischen Waldschule Erlerwiese, wie schon letztes Jahr berichtet, in Vorbereitung und teilweise ausfinanziert, für den Bahnhof Igls gibt es aber immer noch kein plausibles Nutzungskonzept. Für den Betrieb der Linie 6 wird keines der beiden – trotz ihrer technikgeschichtlichen Bedeutung nicht denkmalgeschützten – Gebäude benötigt.

Noch vor dem Sommer werden die Haltestellen Bergisel, Tantegert und Lanser See mit künstlerisch-architektonischen Gestaltungselementen versehen, dafür wurde ein Auftrag an die bekannte Kunst- und Architekturschule bilding vergeben.

Betrieblich-technische Infrastruktur gehört nicht zur Agenda des Marketingbeirats, sondern wird im nicht politisch besetzten Planungsbeirat behandelt. Während die Richtungshaltestelle Bergisel stadteinwärts noch in diesem Jahr entstehen soll, ist die Umsetzung der neuen Verknüpfungshaltestelle Romedihof (zwischen Lanser See und Igls) wie auch eines verbesserten Fahrradtransports zeitlich und budgetär noch offen — beides sind größere "Mosaiksteine", die in den nächsten drei Jahren weitere Fahrgäste in die Waldbahn bringen sollen.

Seitens IVB bereits in Arbeit ist eine Verbesserung der Fahrgastinformation: Haltestellen der Linie 6 sollen erstmals bei den IVB mit E-Ink-Displays ausgestattet werden, die genauso wie die Smartinfo-Displays einen Abfahrtscountdown anzeigen können. Die Installation eines konventionellen Smartinfo-Displays an der Haltestelle Lans-Sistrans — die Stele dafür war bereits vorbereitet worden — scheiterte an Problemen mit der Stromversorgung.

(mps)

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